Hast du diese Symptome des Charcot Fußes? 2

Wenn Diabetiker die Pflege ihres Fußes vernachlässigen, kann dies dazu führen, dass sie ein diabetisches Fußsyndrom und im Anschluss auch einen Charcot Fuß entwickeln. Eine ausbleibende Behandlung führt dazu, dass die Schäden unheilbar werden.

Daher sind die tägliche Fußpflege und damit auch das Untersuchen auf Verletzungen entscheidend, um rechtzeitig mit der Behandlung starten zu können. Nur auf diesem Weg kann verhindert werden, dass man sein restliches Leben mit einem irreparablen Fuß leben muss.

Kurzfassung

  • Beim Charcot Fuß kommt es zu chronischen Veränderungen der Fußgelenke.
  • Eng mit dem diabetischen Fußsyndrom und Neuropathie bzw. Polyneuropathie verbunden.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) markieren den Beginn des Zerstörungsprozesses des Fußskeletts.
  • Betroffene bemerken das Krankheitsbild oft nicht, da Sie kein Schmerz mehr wahrnehmen.
  • Lediglich Menschen mit einer starken Sensibilitätsstörung können einen Charcot Fuß entwickeln.
  • Wenn der Fuß ersteinmal zerstört ist, ist keine absolute Heilung mehr möglich.
  • regelmäßiges Pflegen der Füße und eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels sind notwendig um der Entwicklung eines Charcot Fußes vorbeugen zu können.

Was ist ein Charcot Fuß?

Ein Charcot Fuß ist eine schwere Komplikation die von der Zuckerkrankheit (diabetes mellitus) ausgelöst wird. Der Charcot Fuß markiert das Ende in einer Reihe von chronischen Veränderungen der Fußgelenke und basiert grundsätzlich auf den Resultaten die eine Polyneuropathie hervorrufen kann.

Eng mit der Polyneuropathie verbunden ist das diabetische Fußsyndrom. Beim diabetischen Fußsyndrom leidet man unter Nervenschäden bzw. unter Durchblutungsstörungen.

Dies führt zu einem verminderten bzw. zu einem ganz fehlenden Schmerzempfinden. Die große Problematik, die das Entstehen eines Charcot Fußes so problematisch macht, ist, dass das Krankheitsbild nicht schmerzhaft ist.

Dies ist so aufgrund des fehlenden Schmerzempfindens, das durch den diabetischen Fuß ausgelöst wird.

So entsteht ein Charcot Fuß!

Am Anfang steht eine durch Diabetes ausgelöste Neuropathie bzw. Polyneuropathie. Verbunden mit der Auflösung des Knochens und einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es dazu, dass die Knochen des Fußgelenkes angegriffen und zerstört werden.

Häufig beginnt dieser Zerstörungsprozess mit einer schmerzarmen und belastungsabhängig entzündlichen Wassereinlagerung (Ödem). Diese Wassereinlagerungen sind meist traumatisch bedingt.

Dabei kommt es zu einem sogenannten Ermüdungs Traumata, dass aufgrund von immer wiederkehrenden Belastungen ausgelöst wird. Diese Belastung führt dazu, dass es zu einer Schädigung der Knochensubstanz kommt, was wiederum dazu führt, dass körpereigene Reparaturvorgänge nicht mehr ausgeglichen werden können.

Kurz gesagt bedeutet dies, das eine Verletzung langfristig nur sehr langsam heilt. Wenn nun aufgrund der Polyneuropathie zu spät bemerkt wird, dass man an Problemen leidet, ist es oftmals für eine erfolgreiche Heilung schon zu spät.

Das Ermüdungs Traumata führt dazu, dass es zu einer sogenannten Knochendestruktion(Knochenauflösung) kommt.

Untersuchung auf Schwellungen und Rötungen

Es ist ganz wichtig auf folgende Dinge zu achten! Zuallererst muss der Fuß auf Schwellungen und Rötungen untersucht werden.

Patienten die nicht unter Neuropathie bzw. Polyneuropathie leiden würden sofort merken, dass etwas mit ihrem Fuß nicht in Ordnung ist. Bei Patienten, die allerdings darunter leiden sieht es vollkommen anders aus.

Ihre fehlende Schmerzwahrnehmung sorgt dafür, dass Sie entstehende Probleme oftmals nicht bemerken. Daher sollten Diabetiker ins besonders auf eine fehlende Schmerzwahrnehmung achten.

Kurz gesagt spüren Sie es ganz einfach nicht, wenn das Fußgelenk nach und nach zerstört wird. Es ist deshalb wichtig, dass man sofort zum Facharzt geht, wenn man bemerkt, dass man unter einem der Symptome leidet.

Wichtig ist außerdem, dass man lieber vorbeugend handeln sollte, als später jahrelang an den Folgen eines zerstörten Fußgelenkes leiden zu müssen.

Der aktuelle Forschungsstand geht von zwei Ursachen aus!

Trotzdem kann gesagt werden, dass die Ursachen bis heute noch nicht vollkommen geklärt sind. Nach aktuellem Forschungsstand werden zwei Mechanismen für äußerst möglich gehalten, die dazu beitragen, dass ein Charcot Fuß entstehen kann.

Dies ist so einerseits die mechanische Zerrüttung des Fußgelenkes, bei der es zu kleinen Brüchen in der Knochenstruktur (Mikrofrakturen) kommt. Auf der anderen Seite kann eine verstärkte Durchblutung sogenannte Hyperfusionen auslösen, die zu Knochenerweichungen führen.

Eine Knochenerweichung führt dabei dazu, dass es zur Instabilität des betroffenen Knochenbereichs im Fuß kommt. Dies wiederum hat zur Folge, dass es zu einem Einbruch der Fußwölbung und zu einer Entwicklung eines stark ausgeprägten Plattfußes kommen kann.

Eine Knochenveränderung kann alle Bereiche des Fußgelenkes betreffen. Wie weiter oben bereits definiert, ist das Akutstadium durch Schwellungen, Rötungen und Überwärmung gekennzeichnet.

Wenn der Fuß nicht entlastet wird und weiterhin schwer belastet wird, kann es zu schweren Fehlstellungen d. h. zu Deformationen des Fußskeletts kommen. Drucküberlastungen sind dabei häufig die Ursache für die Entwicklung von Fußsohlen Geschwüren. Diese bezeichnet man in der Fachsprache auch als Ulzeration.

Das verformte Knochenskelett und das häufige Auftreten von Geschwüren führt dabei zu einer neuropathischen Fußdeformität. Die Schmerzlosigkeit aufgrund der Nervenstörung führt dazu, dass der Patient den Zusammenbruch des Fußskeletts und ebenso Hautverletzungen häufig viel zu spät bemerkt.

Der Charcot Fuß wird durch folgende Krankheiten ausgelöst:

  • Diabetische Polyneuropathie
  • angeborene oder erworbene Neuropathien
  • Syphilis
  • Syringomyelie
  • Meningomyelozele

Neuropathie und Diabetes sind die Hauptrisikofaktoren für das Entstehen eines Charcot Fußes!

Allgemein kann gesagt werden, dass nur Menschen, die unter einer starken Sensibilitätsstörung leiden einen Charcot-Fuß entwickeln können. Eine weitere Bedingung für ein entstehen dieses Krankheitsbildes ist, dass der Fuß täglich in Funktion sein muss.

Dies ist ins besonders deshalb so, weil eine Überbelastung einer der Hauptauslöser ist. Dabei kann gesagt werden, dass das diabetische Fußsyndrom und damit die Neuropathie die wichtigsten Hauptauslöser sind.

Aber Vorsicht! Auch Patienten die unter Neuropathie aber nicht unter Diabetes leiden, können einen Charcot Fuß entwickeln.

Eine rechtzeitige Entlastung des entstandenen Schadens führt zu einer komplikationslosen Heilung. Ein unterbleiben dieser Entlastung führt jedoch dazu, dass eine Heilung bzw. eine Behandlung nur sehr eingeschränkt möglich sind.

Eine baldige Behandlung ist für Ihren Erfolg entscheidend!

Eine Vernachlässigung der Behandlung geht oft mit Deformationen und Gelenkversteifungen einher. Ein normaler Gang ist dann meistens nur noch eingeschränkt möglich. Wie bereits festgestellt ist der Charcot Fuß also das Endstadium eines extremen Überlastungsschadens des Fußes.

Ein Überlastungsschaden äußert sich in drei Stadien. Im ersten Stadium kommt es zu einer Knochenauflösung. Dieses beschreibt dabei den akuten Charcot-Fuß der durch Schwellung, Rötung sowie durch Überwärmung gekennzeichnet ist.

Im zweiten Stadium ist ein Zusammenwachsen der Knochen zu beobachten. Knochen- und Gelenkveränderungen sind hier an der Tagesordnung. Das dritte Stadium ist wiederum durch eine Knochenkonsolidierung bzw. einem Umbau der Knochen geprägt. Hier treten die typischen Fußdeformitäten auf.

Der Charcot Fuß kann wiederum in fünf unterschiedliche Typen unterteilt werden. Diese sind hier aufgelistet:

  • Typ I (Beteiligung von Zehen und Vorfuß)
  • Typ II (bei Beeinträchtigung des sogenannten Lisfranc-Gelenkszwischen den Fußwurzel- und Fußmittelknochen)
  • Typ III (bei Betroffenheit des Gelenkes zwischen Fersen- und Würfelbein)
  • Typ IV (bei Beteiligung des oberen Sprunggelenks)
  • Typ V (wenn Ferse und unteres Sprunggelenk betroffen sind)

Therapie und Behandlung des Charcot Fußes

Wenn es zu Infektionen von Weichteilen und Knochen kommt, ist eine chirurgische Wundbehandlung, eine Ruhigstellung sowie eine Behandlung mit Antibiotika absolut notwendig. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass der Charcot Fuß nicht operativ behandelt werden kann. Daher kann eine Heilung der Infektion nur dadurch erfolgen, indem der Fuß eingegipst wird oder mit einer 2-Schalen-Orthese ruhiggestellt wird.

Wenn es gelingt, die Fußform und die Struktur des Skeletts zu erhalten kann der Fuß mit einem orthopädischen Maßschuh versorgt werden. Wenn das Fußgewölbe einbricht muss der Fuß einige Monate vollkommen entlastet werden. Erst danach kann damit begonnen werden die Fehlstellungen mittels orthopädischen Schuhen zu korrigieren.

Eine rechtzeitige Vorbeugung kann viel Ärger ersparen!

Wenn der Fuß erst einmal zerstört ist, kann aufgrund der massiv zerstörten, aufgelösten oder zerbrochenen Skelett Architektur keine Heilung mehr erfolgen. Dies kann jedoch verhindert werden. Sobald festgestellt wird, dass ein Charcot Fuß entsteht, muss die Fußskelett Verletzung unmittelbar behandelt werden.

Personen die unter Neuropathie bzw. Polyneuropathie leiden, müssen auf das Risiko hingewiesen werden, dass es nicht unwahrscheinlich ist, infolge des diabetischen Fußsyndroms einen Charcot Fuß zu entwickeln. In anderen Worten ist es wichtig, der Ermüdungs Traumata bereits im Vorhinein vorzubeugen und seinen Fuß regelmäßig zu entlasten und zu pflegen.

Um die Entstehung eines Charcot Fußes optimal entgegenwirken zu können, sollten bestimmte Maßnahmen eingeleitet werden. Für Diabetiker ist so die richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels von entscheidender Bedeutung. Dieser muss regelmäßig kontrolliert werden und sollte, wenn überhaupt nur geringe Schwankungen enthalten.

Eine regelmäßige Fußpflege, Fußgymnastik und das Untersuchen auf Verletzungen und Druckstellen helfen bei der Behandlung

Weiterhin ist eine regelmäßige Fußpflege, gerne auch vom Podologen wichtig. So kann nämlich sichergestellt werden, dass Verletzungen frühzeitig erkannt werden. Im Alltag sollten man außerdem zu stabilen und bequemen Schuhen greifen.

Um langfristig beweglich zu bleiben, ist es sinnvoll Fußgymnastik zu machen. Dies hilft, um die Gelenke beweglich zu halten und minimiert des weiteren auch die Verletzungsgefahr der Füße.

Regelmäßiges Bewegen führt außerdem dazu, dass die Durchblutung angeregt wird und dass die Gelenke belastbarer werden. Aber Vorsicht! Es sollte immer darauf geachtet werden, dass der Fuß nicht überlastet wird.

Diabetiker sollten ihre Füße regelmäßig auf Verletzungen und Druckstellen untersuchen und dabei gerne auch Pflegeprodukte verwenden. Dies können so beispielsweise Salben, Diabetikersocken oder auch das Tragen von Diabetikerschuhen sein.

2 Comments

  1. Helfen Diabetikersocken bei der Behandlung auch oder ist das etwas, was man erst später einsetzen würde (wenn es praktisch schon zu spät ist)?

    1. Wenn der Vorfuß amputiert ist, empfiehlt es sich zu Stumpfstrumpf Chopart bzw. Lisfranc Strümpfen zu greifen. Bevor es zur Bildung der bekannten Form eines Charcot Fußes kommt, liegt ja in den meisten Fällen Diabetes im Verbund mit Neuropathie bzw. Polyneuropathie vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dann auch zur Bildung eines diabetischen Fußes kommt, ist recht hoch. In verschiedenen Quellen habe ich nachgelesen, dass zwischen 20 und 25 Prozent der Diabetiker in Ihrem Leben am diabetischen Fußsyndrom erkranken.

      Bevor der Zerstörungsprozess, der im Fuß ausgelöst wurde, nun also ein Maximum erreicht und im schlimmsten Fall vielleicht sogar amputiert werden muss, empfiehlt es sich Diabetikersocken, sozusagen zum Vorbeugen zu nutzen. Der Charcot Fuß ist im Grunde ja das Ergebnis eines fortlaufenden und dauerhaften Überlastung des Fußes. Was sich halt (am Anfang) durch Schwellungen, Rötungen und/oder durch Überwärmung kennzeichnet. Wenn der Fuß nun durch die Polyneuropathie und das diabetische Fußsyndrom geschwächt ist und Wunden nicht bzw. oft nur sehr spät entdeckt werden, dann erhöht das meiner Meinung nach auch das Risiko einer Überlastung.

      Schlussfolgernd würde ich also sagen, dass Diabetikersocken durchaus zur Vorbeugung bzw. Behandlung eingesetzt werden können. Also bis zum Zeitpunkt, wo es noch nicht zu einer zu starken Verformung des Fußes gekommen ist und die Socke nicht mehr richtig anliegen kann (das kann auch zu Problemen führen). Chopart bzw. Lisfranc Strümpfe sind dann also dazu da, den bereits amputierten Fuß zu versorgen, wenn es quasi bereits zu spät ist. So jetzt habe ich mich etwas in der Antwort verloren, aber ich hoffe, das diese etwas Hilfen konnte, um die Frage zu beantworten.

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