Wie du deine Insulinresistenz in den Griff bekommst Leave a comment

Viele Menschen leiden meist vollkommen unbemerkt an einer Insulinresistenz. Sie wird oft erst dann bemerkt, wenn die Anzeichen von Diabetes Typ 2 in den Vordergrund rücken. So wird daher oft erst dann gemerkt, dass mit dem eigenen Körper etwas nicht stimmt.

Häufig ist eine beginnende Insulinresistenz auch damit verbunden, dass der Körper immer mehr Nahrung zu sich nehmen muss um weiterhin genug Energie zu sich nehmen zu können. Trotzdem bleibt dieses Anzeichen meistens auch unbemerkt, da der verstärkte Appetit allem zugeschrieben wird, jedoch nicht einer beginnenden Insulinresistenz.

Meistens ist es dann jedoch für eine erfolgreiche Behandlung bereits zu spät und dass trotz der Tatsache, dass die Insulinresistenz eigentlich ganz gut behandelbar ist.

Im folgenden Beitrag möchte ich dir einen Überblick über das Thema Insulinresistenz geben und in dir das Bewusstsein wecken, dass die Insulinresistenz behandelt werden kann, insofern Sie nur rechtzeitig entdeckt worden ist. Dabei zeige ich dir, warum Bewegung und der Abbau deines Übergewichts radikal dazu beitragen kann, dass du von der Krankheit Diabetes und dem metabolischen Syndrom verschont bleibst.

Kurzfassung

  • Insulin ist für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich
  • Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen nicht mehr so gut auf das Insulinsignal
  • Übergewicht, Bewegungsmangel und eine unausgewogene und fettreiche Ernährung tragen wesentlich zur Bildung einer Insulinresistenz bei
  • In den meisten Fällen bemerkt man nicht, dass man an Insulinresistenz leidet, da die Symptome häufig unbemerkt bleiben.
  • Eine unentdeckte Insulinresistenz kann langfristig dazu führen, dass sich Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom entwickelt.
  • Die Insulinresistenz kann behandelt werden, wenn sie rechtzeitig entdeckt wird. Die Behandlung ist jedoch mit einer radikalen Umstellung der eigenen Lebensweise verbunden.

Was ist Insulinresistenz?

Insulin ist ein Hormon, welches für die Senkung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. In anderen Worten wird dies auch als Blutzuckerregulation bezeichnet. Eine Insulinresistenz tritt nun also auf, wenn dass Hormon Insulin nicht mehr so wirkt, wie es das eigentlich sollte.

Die Insulinresistenz führt, wenn Sie über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleibt mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit zu Diabetes. Bei Diabetes muss man zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 unterscheiden.

Bei Diabetes von Typ 1 setzt der Körper überhaupt kein Diabetes mehr frei. Typ 1 Diabetes tritt meist im jugendlichen Alter auf und wird daher oft bei Kindern diagnostiziert.

Meistens kann Typ 2 Diabetes als Folge der Insulinresistenz betrachtet werden. Bei Diabetes von Typ 2 setzt der Körper nicht mehr so viel Insulin frei wie er eigentlich für die Energieproduktion des Körpers benötigt.

Kurz gesagt kommt es zu der folgenden Situation. Für die Ausschüttung des Insulins ist hauptsächlich Glukose d.h. Zucker verantwortlich.

Ein erhöhter Glucosespiegel führt nun dazu, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin bildet und dieses ins Blut abgibt. Bei einer Insulinresistenz kommt es nun dazu, dass es zu einer Einschränkung der Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin kommt.

Daher nehmen die Muskel-, Leber- und Fettzellen auch weniger Zucker auf. Kurz gesagt reagieren die Körperzellen nun nicht mehr so richtig auf das Insulinsignal.

Um dieses Manko ausgleichen zu können, schüttet die Bauchspeicheldrüse nun mehr Insulin aus. Dies soll dabei dem hohen Blutzuckerspiegel entgegenwirken.

An diesem Punkt ist der Körper nun jedoch nicht mehr in der Lage diese Mengen an Insulin aufzunehmen und es kommt zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie). Langfristig kann dies Diabetes Typ 2 und andere folge Erkrankungen auslösen.

Ursachen

Bestimmte Faktoren tragen entscheidend dazu bei, dass sich das Risiko erhöht an Insulinresistenz und Diabetes zu erkranken. Dies ist so ins besonders Übergewicht (Bauchfett) sowie erhöhte Blutfette und niedrige HDL-Cholesterinwerte.

Übergewicht kann dabei jedoch als Hauptursache eingeordnet werden. Dabei spielt der Standort des Fettpolsters eine entscheidende Rolle.

Bei Menschen, die unter einem Fettpolster am Bauch leiden, erhöht sich das Risiko an einer Insulinresistenz zu erkranken. Bei einem Fettpolster am Bauch kommt es dazu, dass sich die freien Fettsäuren am Bauch konzentrieren.

Diese Konzentration der freien Fettsäuren am Bauch führt dazu, dass die Leber weniger Insulin abbauen kann. Hierdurch nimmt dann die Insulinkonzentration am Bauch zu und es kommt zu einer Verringerung der Insulinrezeptoren.

Sobald dies der Fall ist, muss der Skelettmuskel mehr Fettsäuren oxidieren um weiterhin genug Energie aus der Nahrung gewinnen zu können. Dies führt schrittweise zu einer immer schlechter werdenden Verwertung von Zucker (Glukose).

Anschließend kommt es also zu einer gesteigerten Glukosekonzentration, was schlussendlich dazu führt, dass immer weniger Glukose in die Muskelzellen aufgenommen werden können. Es kommt zu einer Resistenz gegenüber Insulin.

Zu beachten ist an dieser Stelle außerdem, dass nicht nur Übergewicht die Insulinresistenz auslösen kann. In unserer modernen und globalisierten Welt spielen Bewegungsmangel und eine unausgewogene sowie fettreiche Ernährung ebenso dazu, dass es zu einer Insulinresistenz kommen kann.

Dabei führen vor allem sitzende Tätigkeiten dazu, dass das Risiko einer Erkrankung an der Insulinresistenz steigt. Dies ist so, weil der Körper sitzend nur sehr wenig seines Kohlenhydrat-Treibstoffs verbraucht.

Das wiederum sorgt dafür, dass der eigene Zuckerspeicher innerhalb der Muskulatur und Leber im Grunde nahezu dauerhaft gefüllt bleibt. Mit der Zeit stumpfen die Muskulatur und die Leber zunehmend gegen das Insulinsignal ab.

Kurz gesagt kann hier nur eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten helfen. Wer dies vernachlässigt und weiterhin zuckerhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel zu sich nimmt, ist langfristig garantiert damit konfrontiert, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr mit der Insulinproduktion und der Ausschüttung des Insulins klarkommt.

Symptome

Die Insulinresistenz bildet sich meist vollkommen unbemerkt. Sie führt dabei zu keinen bzw. zu häufig unbemerkten Beschwerden.

Oft bemerkt man erst nach einem längeren Zeitraum, dass man an bestimmten Beschwerden leidet. Meistens ist es dann aber bereits zu spät und es ist bereits zur Bildung eines Typ 2 Diabetes gekommen.

Dies bedeutet also, dass Symptome häufig erst dann auftreten, wenn sich aus der Insulinresistenz die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) gebildet hat. Ausgenommen davon kann man trotzdem sagen, dass es auch bei der Insulinresistenz zu ersten Anzeichen kommen kann.

So beispielsweise, wenn die aufgenommene Energie der Nahrung in Form von Kohlenhydraten und Glukose nicht mehr ausreichend in den Körperzellen ankommt. Bemerkbar ist dies meistens mit dem Drang immer mehr Essen zu müssen um seinen täglichen Energiebedarf decken zu können.

Wenn die Insulinresistenz über einen langen Zeitraum unentdeckt bleibt, führt dies zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Typ 2 Diabetes entwickelt. Dabei gibt es bestimmte Hinweise, dass man es nun mit Diabetes Typ 2 zu tun hat. Folgend werden diese Anzeichen nun genannt:

  • Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • Wachstumsstörung, Bettnässen, Gewichtsabnahme (bei Kindern)
  • Müdigkeit, Schwäche, Schwindel
  • Sehverschlechterung, wechselnde Sehstärke
  • trockene Haut, Juckreiz
  • abwechselnd Appetitlosigkeit und Hungerattacken
  • Potenzstörungen/Libidoverlust
  • Muskelkrämpfe
  • Nervenerkrankungen
  • schlecht heilende Wunden, besonders an den Füßen
  • Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Harnwegsinfekte
  • Menstruationsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen
  • Psychische Veränderungen wie aggressives Verhalten

Metabolische Syndrom

Die Insulinresistenz ist als der hauptsächliche Faktor zu werten, der die Symptome wie auch die Folgeerkrankung des metabolischen Syndroms auslöst.

Beim metabolischen Syndrom treten gleichzeitig mehrere (mindestens drei) stoffwechsel relevante Größen in Erscheinung wie beispielsweise Gefäßleiden, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Verluste in der eigenen Denkkapazität.

Bestandteile des metabolischen Syndroms sind Übergewicht, ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hypertonie) und gestörte Blutzuckerwerte die man auch als Prädiabetes bezeichnen kann. Wenn nun also mindestens drei Stoffwechsel relevante Krankheiten gleichzeitig zusammentreffen, spricht man vom metabolischen Syndrom.

Vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel stören die Wirkung des Insulins. Damit man feststellen kann, ob man nun am metabolischen Syndrom und an einer Insulinresistenz leidet, setzt man im Wesentlichen zwei Tests ein. Dies sind der orale Glukosetoleranztest und der Insulin-Toleranztest.

Merke: metabolische Syndrom = Stoffwechselstörungen

Test

Der orale Glukosetoleranztest überprüft, ob der Körper noch in der Lage ist, den zu sich genommenen Zucker in einem bestimmten Zeitraum zu verarbeiten und abzubauen.

Den oralen Glukosetoleranztest setzt man dabei ein, wenn der Blutzucker im Blutplasma zwischen 110 und 125 mg/dl liegt. Zur Verdeutlichung bei gesunden Menschen liegt der reguläre Blutzuckerwert zwischen 80 und 100 mg/dl im nüchternen Zustand. Das bedeutet morgens vor der Zunahme von Nahrung.

Wenn der Blutzucker nun zwischen 110 und 125 mg/dl liegt, ist er meistens nur zeitweise und nicht dauerhaft erhöht. Wichtig ist, dass man sich in den drei Tagen vor der Untersuchung normal und vor allem mit ausreichend vielen Kohlenhydraten ernährt.

Wenn nun der Testtag näherrückt, ist es besonders wichtig, dass man nüchtern zum Test erscheint. Das bedeutet also, dass man in den 10 Stunden vor dem Glukosetoleranztest keine Nahrung zu sich genommen haben darf.

Der Test verläuft dabei folgendermaßen ab. Zuerst wird Blut entnommen. Danach trinkt man 75 Gramm Traubenzucker welches in 250 bis 300ml Wasser aufgelöst ist. Nun wartet man zwei Stunden und danach kommt es zu einer erneuten Blutabnahme.

Der Arzt kann nun anhand des Blutzuckerwertes, welcher sich in den zwei Stunden gebildet hat, erkennen, ob Diabetes vorliegt bzw. ob ein Diabetes-Vorstadium (Prädiabetes) oder eben kein Diabetes vorliegt.

Neben dem Einsatz des oralen Glukosetoleranztestes kann auch der Insulin-Toleranztest eingesetzt werden. Hier erfolgt die Blutentnahme ebenso bei nüchternem Magen.

Je nach Körpergewicht wird nun eine bestimmte Menge an Insulin in die Vene gespritzt. Nach 30 Minuten misst man nun den Insulinanteil im Blut.

Wenn der Anteil des zu sich genommenen Insulins noch bei 80 Prozent oder mehr liegt, liegt eine Insulinresistenz vor.

Verlauf

Wenn eine Insulinresistenz vorhanden ist kann der Körper weniger Insulin verarbeiten. Der Körper versucht nun seinen Insulinspeicher wieder aufzufüllen. Bei Betroffenen, die unter Übergewicht leiden führt, dies dazu, dass sie sehr kalorienlastige Nahrung zu sich nehmen.

Dies führt dabei wiederum dazu, dass sich die Anzahl der Insulinrezeptoren verringert und dass die Insulinkonzentration im Blut steigt (Hyperinsulinämie). Das Ganze führt in einen Kreislauf der mit der Bildung von Krankheiten wie Diabetes Typ 2 und dem metabolischen Syndrom endet.

Therapie und Behandlung

Die wichtigste Erkenntnis über die Insulinresistenz ist, dass sie sich erfolgreich behandeln lässt. Damit dies jedoch zu schaffen ist, ist eine radikale Umstellung der eigenen Lebensweise notwendig.

Wichtig ist, dass man versucht abzunehmen. Hierzu trägt körperliche Bewegung entscheidend bei.

Dies ist so, weil sich die Stoffwechselparameter durch die regelmäßige körperliche Aktivität verbessern und es zu dazu kommt, dass der Blutdruck sinkt.

Das Ziel ist es das Fettgewebehormon Resistin loszuwerden. Dieses wird vom Fettgewebe gebildet.

In anderen Worten bedeutet dies nichts anderes, als das Übergewicht wirklich extrem dazu beiträgt, dass es zur Bildung dieses Hormons kommt. Wenn es einem nun gelingt die Resistinkonzentration beispielsweise durch die Reduktion des Körpergewichts zu reduzieren, führt dies dazu, dass der Blutglukosespiegel sinkt und das Insulin wieder verstärkt wirkt.

Tipp: Es ist Ratsam mit dem Rauchen und dem Trinken von Alkohol aufzuhören.

Folgen

Zusammenfassend führt eine Insulinresistenz zum metabolischen Syndrom, welches sich durch einen hohen Blutzucker, Übergewicht sowie Bluthochdruck und hohe Blutfette auszeichnet. Dies wiederum kann die uns bekannten Zivilisationskrankheiten auslösen wie:

  • Diabetes
  • Herzkrankheiten
  • Schlaganfall
  • Krebs
  • Gicht
  • PCOS
  • Demenz

Insulinresistenz führt außerdem zu Störungen des Glukosegleichgewichts und ist für die Entstehung von Dyslipidämie, Bluthochdruck und Atherosklerose mitverantwortlich.

Weitere Folgen:

  • Bildung des metabolischen Syndroms
  • Fördert das Entstehen eines Prädiabetes
  • Wenn die Insulinresistenz unentdeckt bleibt kann sie sich zu Diabetes Typ 2 auswachsen

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